Die holländische Provinz Zeeland bietet einzigartige Beobachtungsmöglichkeiten für See- und Watvögel. Jetzt im Juli geht das Brutgeschäft für die meisten Vogelarten zu Ende. Aber gerade diese Zeit bietet sehr viel: Viele Altvögel sind noch mit Jungen zu sehen, aber auch flügge Jungvögel im Jugendkleid. Als besonders ergiebig erwies sich auch am vergangenen Wochenende die Insel Schouwen-Duiveland. Im Süden der Insel liegen mehrere Naturschutzgebiete jeweils einige Kilometer östlich und westlich der Stadt Zierikzee direkt an der Oosterschelde. Um nur die Spektakulärereren zu nennen: große (!) Gruppen von Rosalöfflern, Säbelschnäblern oder Seidenreihern. Selbst Seehunde, Kegelrobben und gar der Schweinswal, hier in Holland Bruinvis genannt, kann man vom Ufer aus beobachten. Der Schweinswal ist mit 1,8m Körperlänge der kleinste Wal und wirkt relativ plump. Er kommt in kleinen Gruppen mit weniger als 10 Tieren vor und hält sich gern in Flussmündungen auf und dringt auch in größeren Flüssen weit stromaufwärts vor. Er lebt von Heringen und Makrelen.
Wer hierzu und den genauen Beobachtungsorten nähere Informationen wünscht, soll mich bitte anmailen. Und wenn eine Führung auf diesem Eiland von Interesse ist: Mit genügend Zeitvorgabe organisieren wir gerne ein Wochenende zum Kennenlernen!
Auf der weiter im Süden gelegenen Insel Walcheren besuchten wir am Sonntagnachmittag noch das ( Muschel )-Fischerörtchen Yerseke: Sehr interessant sind die Vielzahl der Muschelkutter und die Hälterbecken für die Austern (Video). Leider werden diese Backsteinhäuser und auch die Becken in Yerseke wohl bald verschwunden sein, denn moderne Hallen mit Kühlhäusern treten an ihre Stelle. Wir decken uns hier immer gerne mit frischen Meeresfrüchten ein: Das Kilo Jumbo- Miesmuscheln ganz frisch für 6 Euro. Übrigens können Muscheln seit der Erfindung der Kühlung auch bedenkenlos in den Monaten ohne “R” gegessen werden.
Die Ostseeinsel Poel ist mit einer Ausdehnung von rund 5 x 4 km recht überschaubar und liegt unweit der Hansestadt Wismar. Der Tourismus hat noch nicht Überhand genommen, d.h. die Landschaft und die sieben kleinen Dörfchen sind noch recht ursprünglich. Das leicht hügelige Landesinnere wird zwar von intensiver Landwirtschaft geprägt, aber die Küsten sind weitgehend naturbelassen. Mit rund 3.000 Einwohnern ist dieses Stück Land dünn besiedelt.
Der erste Ort, den wir zur Naturbeobachtung besuchten, war das Naturschutzgebiet “Fauler See” im Südwesten. Es gibt einen herrlichen Parkplatz ganz am Ende einer kleinen Straße direkt am Meer. Hier darf auch mit Wohnmobilen übernachtet werden! Der Faule See selbst ist noch über einem kleinen Kanal mit der Ostsee verbunden. Somit hat er Brackwasser. Wir sichteten hunderte Höckerschwäne, Brandgänse, auch Graugänse und ein Paar Gänsesäger und (!) Mittelsäger. Das sind Entenvögel mit gesägtem Schnabel, damit sie ihre Beute, die Fische, besser halten können. Brachvogel, Kiebietz, Rotschenkel und weitere Watvögel (Limikolen) stocherten in den Wiesen. Weiter fielen uns die besonders hohe Dichte an Goldammern, Stieglitzen und Grünfinken auf.
Diagonal über die Insel mit kurzem Stopp im Hauptort Kirchdorf mit seinem netten Naturhafen erreichten wir im Nordosten der Insel das Naturschutzgebiet “Langenwerder”. Langenwerder ist eigentlich die kleine Insel vor Poel. Aber sie ist nur 50 m von der Hauptinsel entfernt und so kann man prima die dort brütenden Vögel beobachten. Die Hauptmenge der Möven sind Sturmmöven mit rund 3.000 Brutpaaren. Gefolgt von Lachmöven, Silbermöven und Schwarzkopfmöven. Nicht zu verwechseln mit den verschiedenen Arten der Seeschwalben, welche hier auch ihre Jungen aufziehen. Eine Rohrweihe (Raubvogel) erdreistete sich, über der Mövenkolonie auf Beuteschau zu gehen und bekam dabei eine kräftige Abreibung!
Für uns war das Highlight der Region aber ein Steilufer ungefähr 1 km westlich am Ostseestrand: Eine Uferschwalbenkolonie von mehreren hundert Paaren. Diese kleinste europäische Schwalbenart gräbt sich Niströhren in das recht weiche Ufermaterial. Und sie jagen ihre Insektennahrung oft im Formationsflug. Ein tolles Spektakel, wenn man hier auf den überall eingesteuten und von der letzten Eiszeit aus Skandinavien hierher transportierten runden Granitbrocken am Strand sitzt!
Im nahen Dorf Gollwitz ließen wir uns danach in einem Restaurant am Dorfteich das “Heringstrio” schmecken. Bestehend aus Sherrymatjes, Brathering und Rollmops. Das passte dann auch zum “Schwalbentrio” über unseren Köpfen: Zu den Uferschwalben gesellten sich hier die Kulturfolger Mehl- und Rauchschwalben.
Im Südosten der Müritz befindet man sich im kleinen Dörfchen Boek direkt an der Grenze des Parks. Wir wählten hier als Basisstandort den Campingplatz mit dem wenig romantischen Namen C 16 aus. Eine einfache Wiese direkt am See; mit neuen gut ausgestatteten Sanitäranlagen und einem Kiosk für frische Brötchen.
Unsere Tageswanderung über 20 km starteten wir eben hier in Boek und den Ortsteil Boeker Mühle. Schon hier sichteten wir Störche und Kraniche, am Linienfähranleger Bolter Kanal nach Waren sogar Eisvögel. Hier am Kanal gibt’s reichlich Jungfische, klares Wasser und Steilufer, in die diese Sturzjäger ihre Brutröhren graben.
Zwei Kilometer den Kanal entlang Richtung Fischteiche besuchten wir der Fischlehrpfad der Müritzfischer. Sehr anschaulich und informativ! Und dazu eine Gastronomie, die sich an verwegene Leckereien herantraut wie Rotaugenfrikadellen.
Nach dieser Stärkung sichteten wir auf den riesigen Fischteichen oder eben über ihnen Fischadler, Rot- und Schwarzmilan, den gigantischen Seeadler, Rothalstaucher und Schellenten. Nur um die spektakuläreren Vogelarten zu nennen. Wasserfrösche zu Hauf und deren Jäger, die Ringelnattern! Eine tolle “Strecke” innerhalb nur einer Stunde.
Stichlinge mästen sich am Wasserabfluss der Zuchtteiche
Entlang der nördlichen Ufer der Teiche wanderten wir weiter in waldigeres, trockeneres Gelände. Über den Amalienhof führte unser weg wieder nordwärts nach Boek zurück. Die reine Gehzeit betrug 5 Stunden. Im Ort ließen wir uns in der einfachen aber urigen Restaurantkneipe direkt an der Bushaltestelle des Nationalparkbusses ein fettes Schnitzel mit Fritten nebst Bierchen schmecken.
Nur zwei Autostunden vom Ruhrgebiet entfernt in westlicher Richtung liegen die Ardennen. Geografisch die Fortsetzung der Eifel auf belgischer Seite. Die Ardennen sind ein Mittelgebirge mit stark ozeanischem Einfluss, das heißt dass die Winter in der Regel sehr mild ausfallen und es im allgemeinen häufig regnet. Dafür aber auch schön grün sind und auch dünn besiedelt. Besonders interessant ist aber dieser Mix aus französischer, niederländischer und deutscher Kultur und Sprache. Von einem Dorf zum Anderen wechseln hier die Bewohner ihre Muttersprache. Wenn man 5 km fährt und morgens Brötchen holt, muss man schon darauf achten, ob man der Bedienung ein Groede Morgen (mit gggrrrr), Bon Jour oder Guten Morgen entgegenschmettert. Und in eben diesen Bäckereien gibts gleichzeitig oft die Vielfalt der deutschen Brote zusammen mit Barguettes und Crossaints!
Wir starteten unser Wochenende in Eupen; nur ca. 20 km hinter Aachen. Eine sehr schöne Kleinstadt im deutschsprachigen Teil Belgiens. So ein richtiges Zentrum gibt es nicht, aber die ganze Stadt steckt voller schöner, alter Gebäude und ist durch ihre Hügel, Treppchen, Aussichtspunkte und das Flüsschen spannend. Viel Grün in mehreren Parks lassen einen denken: “Hier lebt es sich gut! ” Nur fünf Kilometer hinter der Stadt überschreitet man die Sprachgrenze zum Französischen. Nach einem Besuch eines Stausees und eines weiteren Angelsees mit kleinen Spaziergängen sowie einem Kopje Koffie erreichten wir unser eigentliches Ziel, die alte Kurstadt Spa.
Sogar im tristen Februar war das ein toller Wochenendausflug: Bad Bentheim im südlichen Niedersachsen unweit der niederländischen Grenze. Nach unserer Ankunft am späten Vormittag erstürmten wir zunächst die Burg. Bei schlappen 2 Grad und einer steifen Brise aus Nordwest mit Regen waren die Aufenthalte in den Rittersälen und Innenräumen der Burg dann doch länger als auf den Burgmauern und Wehrtürmen. Aber die nette Aussicht von den Höhen des auf den letzten Ausläufern des Teutoburger Waldes gelegenen Gebäudes wollten wir ja doch nicht verpassen. Am Fuße der Burg, in einem der zahlreichen Cafes, gab`s dann einen heißen Kakao zum Aufwärmen. Den Nachmittag verbrachten wir im Thermalbad. Das Kurzentrum liegt nur 3 km außerhalb der historischen Stadt und bietet viele Möglichkeiten: Sauna, mehrere Bäder inkl. Außenbereichen, Sportbecken, Massagen oder Fitnessräume.
Im Restaurant “Alter Bismarck” im Herzen der Altstadt genossen wir den Abend und “erholten” uns von den Strapazen des im Wasser treiben lassen. Genächtigt haben wir sehr angenehm im “Alten Wasserwerk”, einer gemütlichen Pension in fußläufiger Erreichbarkeit des Zentrums. Die von der Familie Sackbrook geführte Pension bietet komfortable Räume zu einem fairen Preis und außerdem gute Ausflugstipps und ein hervorragendes Frühstück.
Der zweite Tag war Wandertag: Bei einem Rundgang besichtigten wir zahlreiche Sandsteingebäude: Mühlen, Kirchen, Privathäuser. Der Bad Bentheimer Sandstein war einst Exportschlager und gerade in den nahen Niederlanden sind sehr viele Burgen und Schlösser aus diesem Stein gebaut worden. Interessant war auch der Besuch des kleinen geologischen Freilichtmuseums. Hier kann man sich über die verschiedenen Gesteinsarten und Verarbeitungsformen informieren.
Wer in einer anderen Jahreszeit hierher reist und noch ein wenig mehr lebendige Natur sehen möchte, dem sei das nahegelegene Naturschutzgebiet Gildehauser Venn mit dem Dreiländersee zu empfehlen.
Brügge unweit der belgischen Nordseeküste: Ein tolles Reiseziel für ein (langes) Wochenende!
Vom Niederrhein aus fährt man so 2,5 Stunden über Eindhoven und Antwerpen bis nach Brügge. Also durchaus, zumindest von hier aus, auch für ein kurzes Wochenende geeignet. Und auch für Monate, die nicht mehr unbedingt mit Badetemperaturen aufwarten können. Denn bei Brügge hat man es mit einer mittelalterlichen Stadt zu tun: Das Stadtbild wird noch immer von Häusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert bestimmt.
Brügge ist recht überschaubar und fußläufig gut in einigen Stunden zu erkunden. Und doch kenne ich kaum andere Orte in Europa mit mehr historischen Häusern als hier. Auch vom Wasser aus als Grachtenfahrt oder stilecht aus einer Kutsche lässt sich der Ort erleben. Nicht versäumen sollte man die Besichtigung einer der lokalen Brauerreien, den Besuch des Grote Marktes mit dem Belfried (obwohl die Turmbesteigung mit 12 € recht teuer ist) oder das Gruuthuse-Museum sowie den fürstlichen Beginenhof, wo nur geflüstert werden darf!
Für die Übernachtung besonders empfehlen möchte ich die gemütliche Unterkunft B&B “Den Witten Leeuw” www.denwittenleeuw.be im Herzen der Stadt. Es gibt nur drei Zimmer und wer als Minigruppe anreist, hat dann das ganze Haus für sich. Wohnzimmer, Esszimmer, Garten mit Pool und auch die Schlafzimmer sind sehr geschmackvoll und hochwertig eingerichtet. Ein Ort zum Wohlfühlen! Parkplätze im Innenhof können benutzt werden und die Preise liegen bei ca. 100 € / DZ inkl. einem super Frühstück. Und für den abendlichen Hunger raten wir, das Restaurant Gruuthusehof zu besuchen. Auch das preiswerte Tagesmenü gibt es Abends und ist von ausgezeichneter Qualität. Nur sollte man einen Tisch reservieren.
Typische Mitbringsel der Stadt sind natürlich die bekannten Belgischen Pralinen. Oder auch eines der vielen Belgischen Biere – es gibt wohl mehr Biersorten als Ortschaften in Belgien. Wer die allerdings nicht auch schon hier in einer der zahlreichen Kneipen testet, hat selbst Schuld.
Um nicht weit fahren zu müssen und trotzdem nicht auf den Strandspaziergang zu verzichten , bietet sich Zeebrügge an. Hierzu parkt man am Besten in Zeebrügge-Bad und wandert dann bis nach Blankenberge bis zum Cafe auf der Mole. Eine Stunde hin und eine zurück.
In der Nordeifel gibt es den noch recht jungen Nationalpark Eifel. Den ersten und einzigen Park Nordrhein-Westfalens. Zum Vergleich haben die Niederlande auf ähnlich großer Fläche runde 20 Nationalparks oder Costa Rica noch viele mehr! Nun zählt nicht immer nur der Status “Nationalpark”. Auch Naturschutzgebiete oder Naturparks können mit ihrem Schutzstatus wertvolle Natur oder Kulturlandschaften schützen.
Seit 2004 hat das Land NRW nun diesen Nationalpark von rund 110 Quadratkilometer Größe eingerichtet. Dem aufmerksamen Beobachter bleibt beim Besuch dieser Region nicht verborgen, dass auch im Park Forstwirtschaft, Jagd und Freizeitaktivitäten wie Motorradfahren oder Mountainbiking nicht untersagt sind. Stärker reglementiert und in verträglichere Bahnen gelenkt, als in anderen Gebieten schon, aber eben nach wie vor vorhanden. Hier kann sich noch was verbessern. Die Verwaltung des Nationalparks strebt jedenfalls an, “Natur wieder Natur sein zu lassen” und auf diese Weise einen Urwald von morgen zu erhalten.
Über 930 gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben im Park. Der Biber baut in den sauberen Gewässern seine Burgen und über den Stauseen ziehen Milane ihre Kreise. In den Mittelgebirgsbächen tummeln sich Bachforellen, Groppen, Neunaugen und Elritzen. Der Schwarzstorch dagegen sucht besonders gerne in flachen Tümpeln nach Nahrung. Kartierungen mit Fotofallen zeigen, dass allein im Nationalpark Eifel über 50 Wildkatzen leben. Zusammen mit den benachbarten Vorkommen in Rheinland-Pfalz, Belgien, Luxemburg und Nordost Frankreich bilden die “Eifeltiger” die größte Wildkatzenpopulation in Mitteleuropa. Aufgenommen haben die Fotofallen auch Baummarder,Rehe, Füchse, Wildschweine, Eichhörnchen und Dachse.
Gerade für Wander- und Naturfreunde und insbesondere im Mai zur Ginsterblüte (Eifelgold) oder im Oktober, wenn sich der Wald rotgelb färbt, möchte ich die Region zwischen Aachen, Köln und Luxemburg empfehlen. Als Ausgangspunkte für Wanderungen sucht man am Besten zuerst eines der sog. Nationalparktore auf. Sie befinden sich in Nideggen, Heimbach, Rurberg, Höfen und Gemünd und es gibt Ausstellungen zum Thema, Wanderkarten und vieles mehr. Auch starten hier die Rundwanderwege.
Weitere Höhepunkte der Region sind das Freilichtmuseum Kommern, die ehemalige Kaderschmiede der Nazis Vogelsang oder die Stauseen mit ihren Rundfahrtschiffen.
Wer sich bei Weinen nur ein wenig auskennt, dem sind die guten Tropfen aus der Pfalz sicher ein Begriff. Bereits seit Römerzeiten wird hier Weinbau betrieben, denn die vielfältigen Bodenbeschaffenheiten sorgen für eine außergewöhnliche Geschmacksvielfalt. Die Pfalz bringt kräftige Weine hervor, die hervorragend zur regionalen Küche passen. Bad Dürkheim, Deidesheim, Forst, Gimmeldingen bei Neustadt und Wachenheim haben die besten Lagen der Region.
Wer im Frühling in die Pfalz fährt, kann sich von der Blüte der Mandelbäume verzaubern lassen. Im Sommer ist die Region eine wahre Sonnenstube und lädt zu vielerlei Ausflügen in die Natur ein. Im Herbst zur Weinlese, wenn sich langsam die Bäume ins Rötliche verfärben und es immer noch warme Tage gibt, lohnen sich ausgedehnte Wanderungen und ausgewählte Weinverkostungen. Aber auch der Winter hat seinen Reiz und zeigt sich klar und eher mild.
Die traditionelle Küche mit Leberknödeln, Saumagen und Bratwürsten darf bei einem Besuch nicht fehlen, wenn man die verschiedenen Weine verkostet. Die Küche ist teils aber auch französisch geprägt. Der Flammkuchen aus dem Elsass ist beliebt und wird vielerorts in unterschiedlichen Variationen, z.B. mit Käse und Oliven, angeboten.
Am Osterwochenende habe ich mit meiner Frau Anja einen Ausflug in das Alte Land bei Hamburg unternommen. Sehr zu empfehlen!
Das Alte Land ist ein Obstanbaugebiet direkt vor den Toren Hamburgs. Es liegt wenige Kilometer von dieser Millionenstadt gesehen flussabwärts an der Elbe. Hier steht der Fluss noch unter dem Einfluss der Gezeiten und ist entsprechend breit; mit Sandbänken und Wattflächen. Hohe Deiche, einmündende kleinere Flüsschen, Weideflächen mit Schafen und Rindern und natürlich endlose Obstplantagen prägen die Landschaft. Orte mit historischem Kern laden zu einem Besuch ein, z. B. Stade. Hotels und Pensionen sowie Einkehrmöglichkeiten für Wanderer oder Fahrradfahrer gibts genügend.
Von hier aus lässt sich Hamburg ideal besichtigen. Als Tagesausflug: Mit dem Auto fährt man bis HH-Finkenwerder und besteigt dann die Personenfähre. Sie gehört in Hamburg zum öffentlichen Verkehrsnetz und für 9,20 € kann dieses Netz incl. S- und U-Bahn mit einer Gruppe bis zu 5 Personen den ganzen Tag genutzt werden. Parken in Finkenwerder ist gratis. Besonders gut hat mir die Speicherstadt gefallen. Alt und Neu wechseln hier mit jedem Straßenzug.
Einen weiteren Ausflug unternahmen wir nach Cuxhaven: Von hier aus nahmen wir den Katamaran “Halunder”, um Helgoland zu besuchen. Die Insel hatte ich schon mehrfach besucht, jedoch nicht während der Brutzeit der Klippenvögel. Durch die kurze Reisezeit mit der Personenfähre ( ca. 55,- € / Nase ) hatten wir zur Vogelbeobachtung genügend Zeit: Interessantester Brutvogel ist sicher der seit 1993 hier nistende Basstölpel, mittlerweile mit rund 230 Brutpaaren. Sehr häufig zu sehen mit mehreren tausend Paaren sind die Dreizehenmöven und auch die Trottellummen, ein Alkenvogel. Deren Verwandte, den Tordalken, haben wir leider nicht entdeckt. Es war möglicherweise noch zu früh? Insgesamt halte ich den Vogelfelsen auf Helgoland für einen der besten Orte in Europa, um Klippenvögel zu beobachten. Und es ist auch gleichzeitig für eine Hand voll Vogelarten der einzigste Ort in Deutschland oder gar Mitteleuropa, sie zu Gesicht zu bekommen!