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Vogelbeobachtungen in Costa Rica an der Playa Soley

23. Januar 2012 - Stephan Martens

Unsere naturkundliche Costa Rica Rundreise (Oropendola Reise) führte uns einmal mehr in eine der interessantesten Regionen dieses außergewöhnlichen Landes: Die Pazifikküste direkt an der Grenze Nicaraguas.

Hier trifft der ungewöhnlich artenreiche mittelamerikanische Trockenwald auf den Stillen Ozean. Nach einem perfekten Badetag am Ende einer rund 15 km ins Meer ragenden Halbinsel, genauer an der Playa Rajada, besuchten wir die Playa Soley. Eine ruhige halbrunde, rund 4 km lange Bucht mit schönem, aber grauen Sand und meist trübem Wasser. Aber im Gegensatz zur kristallklaren Playa Rajada waren wir hier ja auf der “Jagd ” nach Vögeln und Wildleben.

Zunächst wanderten wir einen Weg genau an der Trennlinie zweier Lebensräume: Zwischen Strand- Trockenhabitat bestehend aus Akazienarten, Tamarinden, Säulenkakteen und Pinguinbromelien sowie nur wenige Meter daneben dem Mangrovenwald mit Schwarzer und Roter Mangrove und seinem undurchdringlichen Gewirr aus Stelz- und Luftwurzeln. In den schlammigen Kanälen sichteten wir verschiede, teilweise ungewöhnlich farbenfrohe Krabben. Auch an Land und bis in den trockenen Teil des Waldes zogen sich die zahlreichen bis Kaninchenbau großen Wohnhöhlen der Landkrabben. Sie gehen in ihrem Leben nur noch für das Laichgeschäft ins Meer zurück.

Jetzt bei Niedrigwasser waren viele Vogelarten im Schlick auf Futtersuche und hier, an der Grenze dieser beider Lebensräume, beobachteten wir dann innerhalb unseres nur rund einstündigen Trips verschiedene Sittiche und Amazonen, Dohlengrackeln und Riefenschnabelanis, Langschwanzhäher und Karakara als Vertreter der Trockenzone und (um nur einige Beispielarten zu nennen) Weißen Ibis, Schmuckreiher, Silberreiher, Blaureiher, Grünreiher, drei Eisvogelarten, Jabirustörche, Schlangenhalsvogel und Kormoran, Brauner Pelikan, Seeschwalben und dann an dem flachen Meeresstrand also schon wieder raus aus den Mangroven noch die ganze Palette an Watvögeln wie Regenbrachvogel, Amerikanischer Austernfischer oder Strandläufer. Und hoch am Himmel gaukelten die Fregattvögel, welche sogar hier ganz in der Nähe auf der Isla Bolanos brüten. Unser Hauptaugenmerk galt dann nach dem Beobachtungsgang auf der Seeseite aber dem perfekten Sonnenuntergang!

Rabengeier del Caribe

3. Dezember 2010 - Stephan Martens

Puerto Viejo de Talamanca bei den Cabinas Rio cocles um 6.15 Uhr am Morgen. Endlich ein wenig Sonne! Die letzten Tage waren doch sehr durchwachsen mit gerade vorgestern sehr starken Regenfaellen, die in machen Bereichen zu Hochwasser uns Straßenüberschwemmungen geführt hatten.

Soeben sind wir mit unserer Gruppe mit einem blauen Auge davon gekommen. Als Urlaubs-Erlebnis spannend, als Busfahrerguide weniger!

Jetzt die morgendliche Stimmung hier am Karbikstrand ist einmalig! Menschenleer, 23 Grad und eine leichte Brise. Das Licht ist ganz anders, als wir es in der Heimat kennen. Ich beobachte gerade in der Flussmündung des Rio Cocles fischende Kuhreiher und Kingfisher, eine Eisvogelart. Wenn ich mich zum Meer umdrehe, schleichen sich gerade zwei Rabengeier bei ihrer Strandinspektion vorbei und ignorieren mich arrogant. Gleich um 7 gibt’s das beste Frühstück an der Karibik: mit selbstgebackenem Roggenbrot vom Horst!